Abschied von der „Kreidezeit“

Interaktiver Abschied von der „Kreidezeit“

Schüler der Grundschule Hiddesen arbeiten jetzt mit dem „Smart Board“

wg_smartboardDet­mold (ck). Wie ein ü­ber­di­men­sio­nal großer Bild­schirm wirkt das so­ge­nannte „S­mart Board“ (mit ei­ner Bild­schirm­dia­go­nale von 87 Zoll) im Klas­sen­zim­mer der 1a in der Grund­schule Hid­de­sen. „­Die An­schaf­fung die­ser in­ter­ak­ti­ven Schul­ta­fel be­deu­tet für uns den Ab­schied von der Krei­de­zeit“, fasst Schul­lei­ter Ste­fan Fromme zu­sam­men.

 

Der För­der­ver­ein der Grund­schule hatte sich dafür ein­ge­setzt, dass ein „S­mart Board“ an­ge­schafft wird. Auf so ei­ner di­gi­ta­len Ta­fel kann man mit dem Fin­ger oder spe­zi­el­len Stif­ten schrei­ben. Der an­ge­schlos­sene Com­pu­ter er­kennt die Hand­schrift und wan­delt sie auf Wunsch in Druck­buch­sta­ben um. Statt zu wi­schen kann der ge­samte Ta­fel­in­halt per Knopf­druck gelöscht wer­den.

­Die Kos­ten für das Board trägt die Stadt. Drei wei­tere Smart­board-Sys­teme in­klu­sive Rech­ner und Laut­spre­cher, höhen­ver­stell­bar und als mo­bile Ein­hei­ten, will der För­der­ver­ein an­schaf­fen. „Wir rech­nen mit ei­nem In­ves­ti­ti­ons­auf­wand von etwa 20.000 Eu­ro“, er­klärt An­dreas Bal­fanz, Schrift­füh­rer des För­der­ver­eins. „Das ist al­les an­dere als Stan­dard für einen För­der­ver­ein“, lobt From­me.

Nor­ma­ler­weise wer­den die Boards eher in wei­ter­führen­den Schu­len ein­ge­setzt, aber nach zwei Wo­chen Test­lauf in der Grund­schule sind Schü­ler und Leh­rer glei­cher­maßen be­geis­tert. „So eine An­schaf­fung macht nur Sinn, wenn die Kol­le­gen da­mit ar­bei­ten wol­len“, er­klärt From­me. Für ihn sind qua­li­fi­zierte In­halte und ein Kon­zept für den Un­ter­richt ent­schei­dend. „Wir hof­fen, dass die Fort­bil­dungsres­sour­cen der Stadt noch nicht ganz aus­ge­schöpft sind und die Kol­le­gin­nen ein Trai­ning be­kom­men“, so From­me. Ge­plant ist es, je ein Board in den je­wei­li­gen Schul­trak­ten auf­zu­stel­len. „Wir ha­ben uns für die mo­bile Va­ri­ante ent­schie­den – sieht so aus wie eine große rol­lende Ta­fel“, er­klärt From­me. Es kön­nen bis zu vier Schü­ler zu­sam­men­ar­bei­ten und mit Un­ter­richts­in­hal­ten ü­ber­all auf der berührungs­emp­find­li­chen Ober­fläche zu­sam­men­ar­bei­ten. „Mul­ti­touch“ nennt sich das. Die Schü­ler kön­nen gleich­zei­tig un­ter­schied­li­che Ak­tio­nen aus­führen – so kön­nen bei­spiels­weise zwei Schü­ler Ob­jekte ver­schie­ben, während ein an­de­rer in „­di­gi­ta­ler Tin­te“ oder mit ei­nem was­ser­lös­li­chen Stift schreibt. „­Die nor­male Schul­ta­fel hat aus­ge­dient und wird si­cher nach und nach aus den Klas­sen­zim­mern ver­schwin­den. „Viel­leicht bleibt eine kleine Ta­fel, auf der wir wich­tige kom­mende Ter­mine schrei­ben“, er­klärt Meike Wee­ge, Klas­sen­leh­re­rin der 1 a. Sie ar­bei­tet schon seit zwei Wo­chen mit dem Whi­te­board in ih­rer Klas­se. Der hohe An­for­de­rungs­cha­rak­ter, den das Gerät an die Kin­der stellt, werde von die­sen bes­tens ge­meis­tert. “ Die Schü­ler ha­ben keine Berührungs­ängs­te. Sie sind alle be­geis­tert, be­son­ders das Schie­ben mit den Fin­gern am Board ge­fällt ih­nen.“ Die freie In­ter­ak­tion er­wei­tere das Ler­nen, das kann Leh­re­rin Wege schon nach kur­zer Zeit bestäti­gen. Den Schul­lei­ter be­geis­tert die Tat­sa­che, dass er­ar­bei­tete Un­ter­richts­in­halte ab­ge­spei­chert und von den Kol­le­gen ab­ge­ru­fen wer­den kön­nen. Die Geräte sind mit dem Schul­netz ver­bun­den. Künf­tig sol­len die Schü­ler auch von zu Hause auf das Schul­netz zu­grei­fen kön­nen, um da­mit Haus­auf­ga­ben oder Ar­beits­ma­te­ria­lien ab­zu­ru­fen.

LIPPE aktuell  vom 30.04.2014 | Ausgabe-Nr. 18A