Das Smarboard löst die Kreidetafel ab

smartboard_10.10.14_nur_BildKreis Lippe (qdt). Computer sind allgegenwärtig. Auch aus dem modernen Schulunterricht sind Computer nicht mehr wegzudenken. „In der Regel haben Schulen heutzutage Computerräume“, sagt Ulrich Steinmetz. Als Medienberater des Kreises Lippe im Auftrag des Landes NRW berät er Schulen unter anderem, wie Computer sinnvoll im Unterricht genutzt werden können.

Auf eine äußerst moderne Weise nutzt zum Beispiel die Grundschule Hiddesen Computertechnik. Denn die Schule verfügt über drei Smartboards, die für etwa 21.000 Euro vom Förderverein der Schule beschafft worden sind. Schlicht betrachtet ist die Tafel nur eine Platte mit Kunststoffüberzug. Erst ein Beamer sorgt für den Technikzauber. Er projiziert Elemente, wie Startleiste oder Desktop auf die Tafel. Damit die Symbole auf der Tafel bedient werden können oder auch mit speziellen Stiften geschrieben werden kann, gibt es Sensoren. Sie erfassen die Handbewegung und übertragen sie auf die Tafel. Das geht mit bis zu sechs Personen gleichzeitig, die an der Tafel arbeiten.

Die hochmodernen Tafeln machen die gute alte Kreidetafel obsolet – zumindest für die Lehrerin Sandra Schwaß. „Ich benutze die herkömmliche Tafel nur noch, um Hausaufgaben anzuschreiben“, erklärt sie. Wie sie dagegen das Smartboard nutzt, zeigen sie und die Kinder der „Drachenklasse“ 3b im Deutschunterricht. Während der Schulstunde sind Kurzgeschichten das Thema. Schwaß schreibt mehrere Adjektive an die Tafel. Mit zwei Klicks im Computermenü der Tafel wird aus der Handschrift eine neutrale Druckschrift, die von jedem Kind gelesen werden kann.

Die Tafel kann aber noch mehr, wie Lehrerin Schwaß erzählt. „Sie ist mit dem Internet verbunden. Und im Musikunterricht nutzen wir schon mal Youtube, um ein Lied nachzusingen“, verrät sie. Auch um schnell Informationen zu erläutern oder um geometrische Simulationen im Mathematikunterricht zu zeigen – für alles lässt sich die interaktive Tafel verwenden.

An weiterführenden Schulen geht es heute dagegen im Computerunterricht um das Programmieren kleiner Bildschirmroboter. Die Programme dazu werden immer komplexer, wie Medienberater Steinmetz erklärt. „In Zukunft ist es vielleicht sogar möglich, dass jeder Schüler ein mobiles Gerät hat, mit dem er den ganzen Schulalltag regelt“, mutmaßt er. Erste Tests gäbe es bereits in den USA.

Da sahen im Mai 1989 die Anfänge noch bescheidener aus. Einer, der die Einführung der Computer an lippischen Schulen damals miterlebt hat, ist Wilfried Starke. Er ist heute Schulamtsdirektor. Vor 25 Jahren war er Leiter der Grundschule Reelkirchen. „In jedem Klassenraum gab es einen Computer“, erinnert sich Starke. Doch wie mit dem Gerät umzugehen war, wusste bei weitem nicht jeder. „Die Kenntnisse waren sehr unterschiedlich, nicht nur bei den Schülern, auch bei den Kollegen.“ Damals sei es deshalb darum gegangen, den grundlegenden Umgang zu lernen. Vor allem Texte schreiben und formatieren stand vor 25 Jahren auf dem Unterrichtsplan. Auf weiterführenden Schulen ging es auch damals bereits ums Programmieren.

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© 2014 Lippische Landes-Zeitung, Freitag 10. Oktober 2014