LZ: Lesung: Judith Jakob singt in der Grundschule auch Texte von Mascha Kaleko

jakob„Worte kann man nicht radieren“

Detmold-Hiddesen (aga). Die Kraft eines Wortes oder auch mehrerer haben im Zentrum eines unterhaltsamen Abends in der Aula der Grundschule Hiddesen gestanden. Dort sprach und sang Schauspielerin Judith Jakob Texte von Mascha Kaleko. Das ein-, aber nicht aufdringliche Flügelspiel von Joachim Jezewski verlieh dieser musikalischen Lesung eine besondere Würze.

„Du hast nur ein Wort gesagt, und Worte kann man nicht radieren“, zitierte Judith Jakob die jüdische Dichterin Mascha Kaleko. „Und jetzt geht dieses kleine Wort mit mir spazieren.“ Wunderschön, wie stark die Dichterin die Macht des Wortes selbst so poetisch auszudrücken vermag.

Überhaupt zeichnete sich dieser Abend, in dem Jakob das Leben der Kaleko anhand von Texten und Tagebucheinträgen nachzeichnete, durch hohe Präzision im Einsatz von Worten aus. Dabei fasziniert Mascha Kaleko – interpretiert durch Judith Jakob – mit manchmal fast in eine Zeile gebundene freudige Erregung und Erwartung im Zusammenspiel mit tiefsinniger Melancholie bis zur Betrübnis.

Und immer wieder rettet sich die Dichterin in ein Augenzwinkern, das Judith Jakob mit ihrem bezaubernden Lächeln so grandios zu unterstreichen vermag.

Als „Dankeschön“ an die vielen ehrenamtlichen Betreuungskräfte und „Lesepaten“ der Grundschule Hiddesen sei dieser Abend gedacht, so Schulleiter Stefan Fromme. Mit einzelnen Ehrenamtlichen sei dieses vor rund zehn Jahren begonnen worden, heute engagierten sich mehr als 30 Menschen als „Lesepaten“, im Sport oder auch der OGS.

„Inzwischen ist es so, dass wir ohne diese Menschen gar nicht mehr können“, unterstrich Fromme deren Bedeutung. Organisiert hatte den Abend der Förderverein der Grundschule Hiddesen.

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Lippische Landes-Zeitung, Montag 06. Juni 2016