LZ: Mehr Sicherheit für Grundschüler

Bild 1Neue Markierung: Rentnerin Barbara Keiser ärgert sich über den unsicheren Schulweg ihres Enkels Farell in Hiddesen. Nach der LZ-Intervention stellt die Stadt Detmold ein Straßenschild auf, verlängert den Seitenstreifen und verziert ihn

Detmold. An jedem Schultag steht Barbara Keiser (72) auf dem Bürgersteig an der Straße Neue Wiese, blickt in Richtung Grundschule Hiddesen und wartet auf Enkelsohn Farell, der dort zur Schule geht. „Es ist nicht so, dass ich mich langweile, aber der Schulweg ist gefährlich, da die Straße nicht einsehbar ist“, sagt sie und nimmt den Achtjährigen in den Arm.

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Die Stadt müsse für mehr Sicherheit sorgen – durch einen Zebrastreifen, einen Spiegel oder eine Verlängerung des weißen Streifens, fordert sie. Die LZ nimmt sich des Falls an und spricht bei der Stadt vor. Nur zwei Tage später rührt sich etwas. „Ich war völlig überrascht. Da waren Leute von der Stadt hier und haben ein neues Straßenschild aufgestellt, den weißen Streifen verlängert und mit auffälligen gelben Fußabdrücken verziert. „Ich bin beeindruckt und sehr dankbar“, sagt die Rentnerin.

Zwei Tage zuvor war die 72-Jährige, die gemeinsam mit Tochter und Enkelsohn an der Straße Neue Wiese wohnt, noch richtig sauer. Von dort hat der achtjährige Farell nur fünf Minuten Fußweg bis zur Grundschule. Doch dieser kurze Weg über die Grundstraße hat es in sich. „Wir und viele andere Eltern und Großeltern finden diesen Weg gefährlich, da die Straßen nicht einsehbar sind“, sagt Keiser und fordert mehr Sicherheit für die Schüler. Es existiere kein Bürgersteig und auch die weiße Linie, die als Ersatz dienen soll, sei nicht durchgängig.

„Ein Zebrastreifen, ein Verkehrsspiegel oder eine Verlängerung des Randstreifens würden die Sicherheit erhöhen“, meint die Rentnerin. Da dies leider nicht der Fall sei, stehe sie jeden Tag auf dem Bürgersteig und warte auf die Rückkehr ihres Enkelkindes. „Die Kinder können den Verkehr nicht einsehen. Und da derzeit neben der Schule weitere Häuser gebaut werden, ist die Gefahr durch die Lkw noch größer geworden“, sagt Keiser. Ihr Enkelsohn Farell nickt: „Wir müssen echt sehr aufpassen, damit die Laster uns nicht mitreißen“, sagt der Achtjährige.

Unterstützung kommt von Ortsbürgermeister Wilfried Mellies: „Die Familie hat meine volle Rückendeckung, denn die Ecke ist wirklich sehr gefährlich, vor allem für Kinder.“ Da müsse auf jeden Fall etwas getan werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Er schlage eine Verlängerung des vorhandenen Randstreifens vor, damit die Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause könnten.

Auf die LZ-Anfrage antwortet Uwe Rosemeier vom Fachbereich Tiefbau und Immobilienmanagement der Stadt Detmold: Aufgrund von Baumaßnahmen im Umfeld der Schule, dazu gehörten die Erschließung des Kornblumenweges und Leitungsverlegungen der Versorgungsunternehmen, sei die alte Straßenrandmarkierung nicht mehr zu sehen. „Dies wird kurzfristig aufgrund des aktuellen Bauzustandes geschehen. Somit wird die vor Ort mögliche Sicherung wieder hergestellt“, sagt Uwe Rosemeier. Weitere bauliche Lösungen seitens der Stadt Detmold seien vorgesehen. Welche das sind, verriet er nicht.

Aber Barbara Keiser und ihr Enkel Farell haben schon eine Idee: „Die gelben Fußabdrücke sind sehr witzig und sehen auch gut aus, damit sollte die Stadt nicht nur den einen Randstreifen in Hiddesen, sondern alle Bürgersteige vor den Detmolder Grundschulen bemalen.“

LZ-Artikel vom 30.06.2016